Die Geschichte unserer Irminsul

Tradition seit 1880


Unsere Irminsul ist die älteste Hamburger Verbindung. Bereits vor der Gründung der Universität Hamburg im Jahre 1919 entschlossen sich Akademiker und Kaufmannssöhne aus Hamburg eine hanseatische Kaufmannsverbindung zu gründen. Diese sollte den Traditionen der Studentenverbindungen folgen und das Prinzip der Bestimmungsmensuren und das Duellwesens pflegen.

Der Name der damaligen ersten Verbindung in Hamburg war Cheruscia. Sie trug bereits im vorletzten Jahrhundert unsere heutigen Farben: "Hellblau, Silber, Schwarz", sowie den Wahlspruch: "Zu jeder Zeit Treue, Freundschaft, Einigkeit" wie wir ihn noch heute führen. Rekrutiert wurden die Mitglieder aus den alten angesehenen hanseatischen Familien sowie aus den Studenten des Kolonialinstitutes, welche seinen Sitz in Hamburg hatte.

Im Jahr 1919 entschloss man sich einen eigenen Dachverband zu gründen, um eine entscheidende Rolle auch außerhalb der Grenzen Hamburgs einzunehmen. Es erfolgte die Gründung der Deutschen Wehrschaft, welche jedoch nach internen Unstimmigkeiten über die Ausrichtung wieder verlassen werden musste. Im Jahre 1933 erfolgte aus diesem Grund die Renoncierung als Corps Cheruscia im Rudolstädter Senioren Convent (RSC).


In den dreißiger Jahren geriet das Corps Cheruskia, wie die meisten Studentenverbindungen, unter massiven Druck der Nationalsozialisten. Durch eine Fusion mit dem Corps Irminsul Marburg im Jahre 1934, welches ebenfalls zuvor eine alte Deutsche Wehrschaft war, wollte man sich diesem Druck erwehren. Auf diesem Wege kam zudem der Name "Irminsul" nach Hamburg. Im gleichen Jahre erfolgte der Beitritt des Corps Irminsul Hamburg in den Weinheimer Senioren Convent (WSC) durch die Fusion der Corpsdachverbände RSC und WSC. Doch auch diese Fusion konnte unsere Irminsul nicht vor einer drohenden Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten bewahren, weshalb man sich im Oktober 1935 dazu entschied, das Corps zu suspendieren und den aktiven Betieb einzustellen. Das Corpsleben fand im Geheimen weiter statt.

Nach dem zweiten Weltkrieg konnte bereits 1949 in der jungen Bundesrepublik der Corpsbetrieb wieder aufgenommen werden. Der Neuanfang gelang und wurde im Jahre 1954 durch die Alten Herren der Corps Marchia Greifswald und Franconia Halle verstärkt. Diesen war es in der DDR verboten, ihre Tradition eigenständig fortzuführen. Mit der 1880 gegründeten Franconia ergibt sich die nunmehr 133 jährige Tradition der Irminsul.

Die ersten Jahre in der Bundesrepublik waren eine spannende Zeit mit wegweisenden Entscheidungen. So musste man sich, nach dem Verbot der studentischen Mensur, im sogenannten Göttinger Mensurprozess das Recht zu dieser Tradition erstreiten. Federführend waren hierbei auch Juristen der Irminsul. Die studentischen Aufstände der 68er konnten dem Corps hingegen wenig anhaben. Seit 1972 ist die Irminsul Mitglied im Weißen Kartell.

Nach der deutschen Wiedervereinigung war es möglich, die corpsstudentische Tradition auch wieder in den neuen Bundesländern zu leben. 1992 konnte das Corps Marchia in Greifswald restituiert werden und ist seitdem Mitglied im Weißen Kartell. Hier hat sich inzwischen ein lebendiger Corpsbetrieb entwickelt.

In der jüngeren Vergangenheit hat das Corps insbesondere durch seine Vortragsreihe, die Harvestehuder Gespräche, und namhaften Rednern wie etwa S.K.H. Prinz Asfa-Wossen Asserate, den Landesrabbiner von Hamburg Herrn Shlomo Bistritzky, oder Peter Kurt Würzbach, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium a.D. von sich reden gemacht.
Wie vor über 130 Jahren halten wir noch immer unsere 4 Prinzipien hoch. Getreu unserem Wahlspruch: "Zu jeder Zeit Treue, Freundschaft, Einigkeit!".